Das Bild zeigt eine visualisierte Stadtraumszene des von MERA geplanten landschaftsarchitektonischen Entwurfs des RAW Magdeburg. Zu sehen ist ein großzügiger öffentlicher Platz zwischen historischen Industriegebäuden aus Backstein und modernen Neubauten. Alte Fassaden mit Rundbogenfenstern stehen links, rechts schließen sich zeitgemäße Wohngebäude mit Balkonen an. In der Mitte des Raums wachsen große, neu gepflanzte Bäume, deren Kronen Schatten spenden. Dazwischen liegen bepflanzte Beete mit Stauden und Gräsern. Menschen nutzen den Raum vielfältig: Erwachsene sitzen an Café-Tischen, unterhalten sich oder spazieren über das Pflaster. Kinder spielen auf Holzsitzstufen, ein Kind fährt Roller. Weitere Personen gehen durch den Platz oder stehen in kleinen Gruppen zusammen. Im Hintergrund ragt ein hoher Schornstein als Zeugnis der industriellen Vergangenheit in den Himmel. Die Darstellung zeigt einen lebendigen, durchgrünten Stadtraum, der Aufenthalt, Bewegung und Begegnung ermöglicht und historische Identität mit zeitgemäßer Nutzung verbindet – ein typisches Ziel der landschaftsarchitektonischen Arbeit von MERA.


RAW Magdeburg – Freianlagen für ein neues Stadtquartier

Auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks im Magdeburger Stadtteil Salbke entsteht in den kommenden Jahren eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der Region. Auf rund 25 Hektar sollen hier etwa 2.000 Wohnungen, Gewerbeflächen, soziale Infrastruktur und ein Quartierspark zu einem urbanen Ensemble zusammenwachsen, das ökologische Wirksamkeit mit hoher Aufenthaltsqualität verbindet.

MERA ist mit der Planung der Freianlagen beauftragt und entwickelt ein großzügiges, klimaaktives und vielfältiges Freiraumgefüge. Dabei wird der industrielle Charakter des Ortes bewusst aufgegriffen und weitergedacht, während gleichzeitig die räumlichen Grundlagen für ein zukunftsfähiges Wohn- und Arbeitsquartier geschaffen werden.

Die Ausgangslage – historische Industriebrache mit denkmalgeschütztem Bestand

Nach der Wende war das Reichsbahnausbesserungswerk zunächst in den Deutsche Bahn Konzern integriert worden. Der Betrieb verlor jedoch zunehmend an Bedeutung. 1998 wurde das Werk schließlich geschlossen und das Gelände sich selbst überlassen. Es blieb eine weitläufige Brache zurück, deren räumliche Identität stark durch die vorhandenen Gebäudeachsen und einzelne denkmalgeschützte Baustrukturen geprägt ist.

Im Mittelpunkt des Bildes verläuft ein breiter, unbefestigter Weg aus Erde und Schotter, der tief in das Gelände hineinführt. Links und rechts stehen stark gealterte Backsteingebäude, teils mit zerstörten Fenstern, offenen Fassaden und sichtbaren Spuren von Verfall. Auf der linken Seite liegen Trümmer und Bauschutt, dazwischen wächst vereinzelt Gras und niedrige Vegetation. Rechts ragen mehrere markante Industriebauten auf, darunter ein hoher, schmaler Schornstein, der das Areal weithin sichtbar prägt. Weitere Gebäude sind mit Graffiti versehen, einige wirken verlassen, andere nur teilweise erhalten. Im Hintergrund ist ein runder Wasserturm zu erkennen, der die industrielle Geschichte des Ortes unterstreicht. Über dem gesamten Areal liegt ein dramatischer Himmel mit schweren, dunklen Wolken, der die raue, offene Atmosphäre verstärkt. Das Bild vermittelt den Ausgangszustand eines großen Industriegeländes – geprägt von Weite, Geschichte und Potenzial für eine zukünftige landschaftsarchitektonische Entwicklung durch MERA.

Die historische Substanz bildet den Rahmen für das neue Stadtquartier, in dem Vergangenheit und Zukunft sichtbar miteinander verbunden werden.

Großzügige Freiräume, bestehende Grünzüge und die Dimension des Areals eröffnen die Möglichkeit, ein eigenständiges, gut vernetztes und ökologisch wirksames Freiraumsystem zu entwickeln. Dieses wird der Geschichte des Ortes gerecht und entspricht zugleich den Anforderungen eines zeitgemäßen urbanen Lebensumfelds.

Unser Ansatz – Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit im Einklang mit dem Ort

Der Planungsansatz zielt auf einen atmosphärisch ansprechenden, multifunktionalen und nachhaltigen Außenraum, der die Bedürfnisse der Menschen ebenso berücksichtigt wie ökologische Anforderungen. Die Gestaltung knüpft an die Identität des Ortes an und integriert den denkmalgeschützten Bestand behutsam in das neue Quartier. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wiederverwendung vorhandener Materialien, durch die der industrielle Charakter des Areals sichtbar weitergeführt und zugleich Ressourcen geschont werden.

Klimaanpassung und Biodiversität sind dabei keine nachträglichen Ergänzungen, sondern bilden den strukturellen Kern des Entwurfs. Regenwasser wird künftig vor Ort zurückgehalten, versickert oder gespeichert und trägt so zur Bewässerung und Vitalität der Vegetation bei. Die Auswahl klimaresilienter und biodiversitätsfördernder Pflanzen schafft lebendige Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität und einer spürbaren Nähe zur Natur.

Das Konzept – Die verschiedenen Freiräume greifen ineinander und tragen die Struktur des neuen Quartiers

Das Freiraumkonzept verknüpft Plätze, Wege, Grünflächen und ökologische Funktionen zu einem multifunktionalen städtebaulichen Gesamtsystem. Über das gesamte Areal entsteht ein Netz attraktiver öffentlicher Räume, die von Norden nach Süden durch den sogenannten Denkmalpfad miteinander verbunden sind.

Eine klare Wegeführung, hochwertige Materialien, Sitzgelegenheiten, Schattenangebote und Wasserelemente schaffen Orte für Begegnung, Aktivität und Aufenthalt. Ergänzend bieten ruhigere Bereiche Rückzugsmöglichkeiten, während kulturelle und künstlerische Elemente zusätzliche Aufenthaltsqualität erzeugen.

Landschaftsarchitektonischer Querschnitt eines Straßenraums: Gehwege, Fahrbahn, Baumstandorte und begrünte Retentionsmulden zur Regenwasserversickerung, geplant von MERA.

Der Grünflächenanteil im gesamten Quartier ist hoch und bildet die Grundlage für vielfältige Nutzungs- und Erholungsräume. Mittelpunkt des neuen Stadtteils wird ein Quartierspark, der als Treffpunkt für alle Generationen dient und Bewegungsangebote sowie Spielbereiche für Kinder und Jugendliche integriert.

Die Visualisierung zeigt einen Querschnitt durch den Eisenbahnerspielplatz auf dem neu geplanten RAW Gelände in Magdeburg. Zu sehen sind Topografien, Baumbestände, Untergründe, die verschiedenen Spielareale für unterschiedliche Altersgruppen, samt ihren Spielaufbauten, sowie diverse Personen, die sich auf dem Spielplatz aufhalten bzw. durch ihn hindurchbewegen

In den Randbereichen des Areals schaffen extensiv gestaltete Grünflächen wertvolle Lebens- und Rückzugsräume für geschützte Tier- und Pflanzenarten. Entlang der Straßen, auf Plätzen und in den Grünflächen verbessern großkronige Bäume das Mikroklima, insbesondere durch Verschattung in den warmen Monaten. Eine Mischung aus heimischen und klimaangepassten Pflanzenarten stärkt die ökologische Vielfalt und die klimatische Resilienz des Quartiers.

Nachhaltiges Regenwassermanagement als Gestaltungsbestandteil

Ein ganzheitliches Regenwasserkonzept setzt auf nachhaltige Lösungen wie Mulden, Retentionsflächen, Rigolen, begrünte Dächer und durchlässige Beläge. So kann Regenwasser künftig auf dem Gelände zurückgehalten, versickert oder gezielt wiederverwendet werden. Das System stärkt den natürlichen Wasserkreislauf, entlastet die Kanalisation und verbessert die Wasserversorgung der Vegetation.

Materialien aus der Vergangenheit als Identitätsträger des neuen Quartiers

Die Wiederverwendung vorhandener Materialien wie Klinker, Pflastersteine und Eisenbahnschwellen ist ein zentraler Bestandteil des Entwurfskonzepts. Sie schafft sichtbare Bezüge zur industriellen Vergangenheit des Ortes und trägt wesentlich zur Identität und Atmosphäre des neuen Quartiers bei.

Bestehende Materialien werden bewusst in neue Zusammenhänge überführt und prägen Wege, Plätze und Aufenthaltsbereiche. So bleibt die Geschichte des Areals im Alltag erlebbar, ohne museal zu wirken. Gleichzeitig leistet dieser Ansatz einen konkreten Beitrag zur Ressourcenschonung, indem er den effektiven Materialverbrauch reduziert und die Energieeffizienz verbessert.

Bestandsgebäude auf dem RAW Magdeburg Gelände. Die Natur hat bereits den Innenbereich mit üppigem Grün zurückerobert. Gut zu sehen, der alte Rotklinker, der ggf. recyclt werden wird.
Palette mit sauber aufgestapeltem Klinker, welcher beim Abriss von Altbestandsgebäuden erhalten blieb und bei der Neubehauung wiederverwendet werden soll.
Bild einer sehr alten Gleisanlage. Die eigentlichen Gleise sind nicht mehr vorhanden. Zu sehen sind nur noch die verlegten, Grasüberwucherten Bahnschwellen aus Beton, die vom Betrachter weg zum buschigen Hintergrund führen.

Ergänzend dazu bewahrt die Integration denkmalgeschützter Gebäude und bestehender Strukturen den Charakter des Ortes und verleiht dem Quartier eine klare, unverwechselbare Identität. Im Zusammenspiel von Materialität, Bestand und Freiraum entsteht so ein gestalterisches Gesamtbild, das Vergangenheit und Zukunft verbindet und Freiräume mit Tiefe, Charakter und einer besonderen atmosphärischen Qualität schafft.

Zu sehen ist eine ehemalige Eisenbahnhalle, gemauert in Gelbklinker. Die Fassade ist insbesondere am Dachfirst aufwändig gestaltet, der Klinker teilweise mit buntem Graffitti besprüht.
Altbestandsgebäude auf ehemaligem Eisenbahngelände. Zu sehen ist ein gemauerter Schornstein bzw. Turm sowie angrenzende Gebäude aus Gelbklinker, die mit Grafritti besprüht sind. Im Hintergrund ein mehrstöckiges Lagerhaus in Rotklinker. Davor zu sehen grasbewachsenes Industriebrachgelände.

Das Ergebnis – Ein zukunftsfähiger, resilienter und identitätsstiftender Stadtraum

Mit der Entwicklung des RAW-Geländes entsteht in Magdeburg ein neues urbanes Quartier, dessen Freiräume künftig einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität leisten werden. Der Entwurf verbindet ökologische Wirksamkeit, soziale Aufenthaltsqualität und die historische Identität des Ortes zu einer resilienten städtischen Landschaft.

Durch die konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und vielfältige Nutzungen entstehen Freiräume, die funktional, ästhetisch und langfristig zukunftsfähig sind. Für Magdeburg markiert die Entwicklung dieses Stadtquartiers einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer lebendigen und klimaresilienten Stadtlandschaft.

MERA freut sich, diesen zukunftsgerichteten und verantwortungsvollen Prozess entwurfs- und ausführungsplanerisch begleiten zu dürfen und die Entwicklung des neuen Stadtquartiers aktiv mitzugestalten.

Zu sehen ist ein großzügiger, gepflasterter Stadtraum zwischen historischen Backsteinbauten. Rechts prägt ein markantes Gebäude mit industriellem Charakter den Platz, links und im Hintergrund schließen weitere Gebäude den Raum. In der Mitte öffnet sich eine weite Fläche, die vielfältig genutzt wird. Mehrere Menschen halten sich dort auf: Kinder spielen auf dem Boden, fahren Roller oder rennen über den Platz. Erwachsene sitzen auf Bänken, beobachten das Geschehen oder unterhalten sich. Bäume und niedrige Pflanzflächen gliedern den Platz und sorgen für Schatten und Grün. Die Szene vermittelt Lebendigkeit und Offenheit. Der Stadtraum ist nicht festgelegt auf eine einzige Nutzung, sondern lädt zum Spielen, Verweilen und Begegnen ein. Die landschaftsarchitektonische Gestaltung verbindet industrielle Geschichte mit einem zeitgemäßen, alltagstauglichen Freiraum für viele unterschiedliche Nutzer*innen.
Das Bild zeigt eine visualisierte Alltagsszene eines neu gestalteten Stadtraums. Zu sehen ist ein breiter, offener Platz mit einer klaren Wegeführung und viel Raum für Fußgänger*innen. In der Mitte und entlang der Ränder stehen Bäume, die den Platz gliedern und eine grüne Atmosphäre schaffen. Niedrige Pflanzflächen mit Stauden und Gräsern begleiten die Wege. Menschen bewegen sich ruhig durch den Raum: Eine Person geht mit einem Hund spazieren, andere schlendern über den Platz oder halten sich am Rand auf. Links stehen moderne Gebäude mit Backsteinfassaden, deren Erdgeschosse offen und einladend wirken. Im Hintergrund sind weitere Gebäude zu erkennen, die den Stadtraum fassen. Die Szene vermittelt einen entspannten, nutzerfreundlichen Stadtraum, der Aufenthalt, Bewegung und Nachbarschaft ermöglicht. Die landschaftsarchitektonische Gestaltung legt den Fokus auf Grün, Übersichtlichkeit und eine hohe Aufenthaltsqualität im Alltag.
Luftbild-Visualisierung eines neuen Stadtquartiers in Magdeburg auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks. Die geplante Bebauung kombiniert moderne Gebäude mit begrünten Dächern, großzügigen Freiflächen und Parks. Historische Industriehallen sind in das Konzept integriert, und breite Wege verbinden Wohn- und Gewerbebereiche. Das Areal ist von dichtem Baumbestand umgeben, und im Hintergrund sind Stadtgebiete sowie ein Fluss sichtbar
Das Bild zeigt eine visualisierte Perspektive eines neu gestalteten Stadtraums. Zu sehen ist eine breite, gepflasterte Straße mit großzügigem Raum für Fußgänger*innen. In der Mitte und entlang der Ränder stehen große Bäume, deren Kronen den Stadtraum gliedern und Schatten spenden. Beete mit Stauden und Gräsern lockern die Fläche auf. Menschen gehen spazieren, sitzen auf Bänken oder halten sich in kleinen Gruppen auf. Links säumen historische Backsteinbauten den Straßenraum, rechts stehen moderne Wohngebäude mit Balkonen, auf denen ebenfalls Menschen zu sehen sind. Im Hintergrund ragt ein schlanker Industrieschornstein auf und erinnert an die industrielle Vergangenheit des Ortes. Die Szene wirkt belebt, aber nicht hektisch – ein Ort für Alltag, Begegnung und Aufenthalt. Die Darstellung vermittelt das Ziel der landschaftsarchitektonischen Planung: einen grünen, nutzerfreundlichen Stadtraum zu schaffen, der Geschichte, Wohnen und öffentliches Leben miteinander verbindet.
Das Bild zeigt eine visualisierte Ansicht eines zukünftigen Stadtraums. Die Szene wird aus erhöhter Perspektive betrachtet, vermutlich von einem Balkon oder Laubengang eines Gebäudes aus. Im Vordergrund ist ein Geländer zu sehen, daneben stehen Pflanzkübel mit grünen Pflanzen. Der Blick öffnet sich auf einen breiten, gepflasterten Straßenraum, der von Bäumen begleitet wird. Menschen bewegen sich zu Fuß durch den Raum, einige bleiben stehen, andere gehen entlang der Straße. Die Atmosphäre wirkt ruhig und alltagsnah. Links und rechts rahmen Gebäude den Stadtraum. Es handelt sich um eine Mischung aus historischen Backsteinbauten und modernen Neubauten. In der Ferne ragt ein hoher Industrieschornstein auf, der als prägendes Element die Geschichte des Ortes sichtbar macht. Bäume, Grünflächen und Sitzmöglichkeiten strukturieren den Raum und schaffen Aufenthaltsqualität. Die Darstellung zeigt einen lebendigen, durchgrünten Stadtraum, der Bewegung, Aufenthalt und Nachbarschaft ermöglicht und industrielle Vergangenheit mit zeitgemäßer Nutzung verbindet.

Visualisierung: Renderatelier im Auftrag von META Architektur GmbH

Fotos: MERA GmbH