MERA zu Gast bei der Traditionsbaumschule Lorenz von Ehren
Bäume sind zentrale Bausteine klimaresilienter Freiräume. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, binden Wasser, prägen Räume und tragen wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an ihre Auswahl, Verfügbarkeit und langfristige Entwicklung.
Umso wichtiger ist für unsere Planung der direkte Austausch mit Menschen, die sich täglich mit Gehölzen, Standortbedingungen und Pflanzenqualität beschäftigen. Bei Lorenz von Ehren im Hamburger Süden erhielten wir dazu spannende Einblicke aus erster Hand. Begleitet wurden wir von Baumschulmeister Thomas Dieckmann, der uns fachkundig durch die Themen Gehölzverwendung, Baumschulpraxis, Klimaanpassung und Logistik führte.
Gehölzauswahl unter veränderten Bedingungen
Klimaangepasste Gehölzverwendung bedeutet mehr als die Auswahl einzelner sogenannter Klimabäume. Entscheidend ist, dass Standort, Boden, Wasserverfügbarkeit, Wuchsform, Pflegeziel, gestalterische Wirkung und langfristige Entwicklung zusammenpassen.
Besonders anschaulich wurde das im Klimabaumhain. Dort lassen sich unterschiedliche Baumarten und Sorten vergleichen, die mit Trockenheit, Hitze und weiteren Belastungen urbaner Standorte vergleichsweise gut umgehen können.
Für unsere Arbeit ist dieser Blick vor Ort wertvoll: Wuchsform, Habitus, Kronenentwicklung und räumliche Wirkung lassen sich im Bestand anders einschätzen als über Listen, Kataloge oder Datenblätter.
Forschung mit direktem Praxisbezug
Auch die Verbindung von Forschung und Baumschulpraxis war ein wichtiges Thema des Besuchs. Auf einer Versuchsfläche werden unter anderem Baumarten, Pflanzsubstrate, Trockenstress und Wasserverfügbarkeit unter realen Bedingungen untersucht.

Solche Erkenntnisse helfen, Gehölzarten, Substrate und Standortanforderungen besser einzuschätzen und Pflanzkonzepte robuster zu entwickeln. Für klimaresiliente Freiräume wird der Austausch zwischen Planung, Wissenschaft, Produktion und Ausführung immer wichtiger.
Von der Planung in die Umsetzung
Ein Baum erscheint im Plan zunächst als gestalterisches, räumliches oder klimatisches Element. Damit er später im Projekt tatsächlich wirksam werden kann, müssen jedoch viele Faktoren zusammenspielen: Pflanzenqualität, Verfügbarkeit, Transport, Pflanzung, Anwuchspflege und langfristige Entwicklung.
Gerade bei größeren Gehölzen steigen die Anforderungen an Abstimmung und Logistik. Ausladende Kronen, schwere Wurzelballen und begrenzte Platzverhältnisse auf Baustellen müssen frühzeitig mitgedacht werden, damit Planung und Umsetzung gut ineinandergreifen.
Impulse für unsere Arbeit
Für uns war der Besuch bei Lorenz von Ehren eine gute Gelegenheit, aktuelle Fragen unserer täglichen Arbeit aus der Praxisperspektive zu vertiefen: Welche Gehölze sind zukunftsfähig? Wie können Bäume unter schwieriger werdenden Standortbedingungen dauerhaft vital bleiben? Und wie lassen sich Planung, Forschung, Produktion und Ausführung sinnvoll zusammendenken?
Zukunftsfähige Gehölzverwendung entsteht nicht allein über Artenlisten, sondern im Zusammenspiel von Standortwissen, Pflanzenqualität, Forschung, Verfügbarkeit und fachgerechter Umsetzung.
Vielen Dank an Thomas Dieckmann für die fachkundige Führung und den offenen, fachlichen Austausch.
