Gemeinsam mit gmp Architekten und der Ed. Züblin AG haben wir mit unserem Beitrag für den ersten Bauabschnitt des Neubaus Bürogebäude Ost der Hamburger Energienetze GmbH überzeugt.

Der Entwurf baut auf dem detaillierten Masterplan von Bruun & Möllers auf, der den Rahmen für die langfristige Neudefinierung des Firmengeländes bildet. Unser landschaftsarchitektonischer Beitrag konzentriert sich auf den Freiraum rund um das Bürogebäude Ost und dessen Einbindung in die grüne Mitte des Campus.

Ein Freiraum zwischen Gebäude und Campus

Die Freiraumgestaltung übernimmt eine verbindende Aufgabe. Sie führt das neue Bürogebäude mit der übergeordneten Struktur des Campus zusammen, entwickelt klare Wegebeziehungen und formuliert die Übergänge zwischen Gebäude, grüner Mitte und angrenzenden Freiräumen.

Der Lageplan zeigt den Campus der Hamburger Energienetze GmbH aus der Vogelperspektive. Mehrere langgestreckte Bürogebäude gruppieren sich um eine zentrale, parkartig gestaltete grüne Mitte mit sich kreuzenden Fußwegen, Rasenflächen und zahlreichen Bäumen. Das Bürogebäude Ost liegt rechts der grünen Mitte. Baumreihen, Vegetationsflächen und Wege verbinden den Neubau mit den angrenzenden Gebäuden und den umliegenden Straßen.

Dabei geht es nicht allein um die Erschließung des Neubaus. Der Freiraum schafft Orientierung, arbeitet die Eingangssituationen klar heraus und entwickelt zugleich eine eigenständige landschaftliche Qualität. Schatten, Vegetation und unterschiedliche räumliche Situationen tragen dazu bei, ein angenehmes und robustes Umfeld für den Arbeitsalltag zu schaffen.

Gewachsene Grünstrukturen weiterentwickeln

Vorhandene Bäume und gewachsene Grünstrukturen werden als Qualität des Ortes verstanden und bilden einen wichtigen Ausgangspunkt des Entwurfs. Sie werden erhalten und durch neue, klimaresiliente Gehölze ergänzt.

Das Pflanzkonzept entwickelt den Bestand behutsam weiter und stärkt die ökologische Robustheit des Freiraums. Die Gehölze strukturieren die Außenanlagen, begleiten die Wege und schaffen Schatten sowie eine angenehme Atmosphäre für Mitarbeitende und Gäste.

Auf diese Weise verbindet der Entwurf den vorhandenen Charakter des Ortes mit den Anforderungen an eine klimaangepasste und langfristig tragfähige Freiraumgestaltung.

Ankommen an der grünen Mitte

Der Haupteingang des Büroneubaus orientiert sich direkt zur grünen Mitte des Campus und formuliert einen klaren Ankunftsort. Mitarbeitende und Gäste, die das Firmengelände von der Bramfelder Chaussee aus erreichen, nähern sich dem Gebäude über die Wegeführung der grünen Mitte.

Die Visualisierung zeigt das Bürogebäude Ost aus der Perspektive des angrenzenden Freiraums. Vor der langgestreckten, transparenten Fassade liegen eine offene Wiesenfläche, locker gesetzte Bäume und breite Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende. Menschen nutzen den Vorbereich zum Ankommen, Queren und kurzen Aufenthalt; der Baumbestand rahmt das Gebäude und bindet es in den grünen Campus ein.

Der Neubau wird damit nicht als eigenständiger Solitär erschlossen, sondern räumlich und funktional in die übergeordnete Freiraumstruktur des Campus eingebunden. Die Orientierung des Haupteingangs stärkt den Bezug zur grünen Mitte und macht sie zum zentralen Ausgangspunkt der Ankunft.

Klare Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende

Die Freiraumgestaltung verbindet Bewegung, Orientierung und Ankommen. Klar geführte Bewegungsräume stärken die Wegebeziehungen für Fußgänger*innen und Radfahrende und binden das Bürogebäude Ost selbstverständlich in den Campus ein.

Auch vom Parkhaus im Südosten wird eine klare Verbindung zum Neubau geschaffen. Ein aufgeweiteter Weg führt entlang einer großzügigen Feuchtwiese weiter in Richtung grüne Mitte und anschließend an der Ostseite des Büroneubaus entlang zum Haupteingang.

Die unterschiedlichen Ankunftsrichtungen werden so in einem schlüssigen Freiraumsystem zusammengeführt. Der Freiraum übernimmt dabei eine leitende Funktion und schafft nachvollziehbare, gut lesbare Verbindungen.

Die axonometrische Entwurfsdarstellung zeigt das Bürogebäude Ost mit seinen angrenzenden Freiräumen aus schräger Vogelperspektive. Farbige Linien markieren die Wegebeziehungen für Fußgänger*innen und Radfahrende rund um das Gebäude und zur grünen Mitte des Campus. Baumreihen, Rasenflächen, Pflanzbereiche und eine Feuchtwiese zur Regenwasserretention gliedern den Freiraum und verbinden den Neubau mit den benachbarten Gebäuden.

Regenwasserretention als Teil der Freiraumgestaltung

Die Feuchtwiese entlang des Weges vom Parkhaus ist zur Regenwasserretention vorgesehen. Damit wird das Regenwassermanagement als sichtbarer und selbstverständlicher Bestandteil in die Freiraumgestaltung integriert.

Die Fläche verbindet eine wichtige funktionale Aufgabe mit landschaftlicher Qualität. Sie begleitet den Weg zum Gebäude, prägt die räumliche Wahrnehmung des Freiraums und trägt zugleich zu einer klimaangepassten Entwicklung des Standorts bei.

Funktionale Klarheit und landschaftliche Qualität

Die Qualität des Entwurfs liegt für uns genau in der Schnittstelle zwischen Gebäude und Campus, zwischen Erschließung und Aufenthalt sowie zwischen funktionaler Klarheit und klimaangepasster Freiraumgestaltung.

Vorhandene Grünstrukturen, neue klimaresiliente Gehölze, klare Wegebeziehungen und die Integration der Regenwasserretention werden zu einem zusammenhängenden Freiraumkonzept verbunden. So wird das Bürogebäude Ost präzise in den Campus eingebunden und erhält zugleich eine klar formulierte Adresse.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Hamburger Energienetze GmbH, gmp Architekten, der Ed. Züblin AG und allen Projektbeteiligten.