Ein Freiraumkonzept zwischen Klimaanpassung, Nutzungsvielfalt und langfristiger Robustheit

Unser Wettbewerbsbeitrag für das Bildungs- und Kulturzentrum IGS Bothfeld in Hannover wurde gemeinsam mit APB Architekten mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg, der das Ergebnis einer intensiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit ist.

Neue Quartiersmitte als verbindendes Element

Im Zentrum des Entwurfs steht eine neue Quartiersmitte, die von Schule, Sporthalle, Kulturtreff und Stadtteilbibliothek gerahmt wird. Der zentrale Platz fungiert als verbindendes Element zwischen Bildung und öffentlichem Leben und schafft Raum für Begegnung, Bewegung und Aufenthalt.

Ein wesentliches Prinzip der Freiraumplanung ist die Verbindung aus klarer Zonierung und hoher Nutzungsflexibilität. Unterschiedlich intensiv genutzte Bereiche sind räumlich eindeutig organisiert und gleichzeitig offen für vielfältige Aneignungen im Alltag. So entstehen robuste Freiräume, die langfristig funktionieren und sich weiterentwickeln können.

Differenzierte Freiräume und flexible Nutzung

Die Freianlagen des Kulturtreffs und der Bibliothek ergänzen das Gesamtkonzept durch differenzierte Angebote: Während der Kulturtreff flexible, multifunktionale Flächen für Aufenthalt und Veranstaltungen bietet, entsteht mit dem Lesegarten ein geschützter, ruhiger Raum mit hoher Aufenthaltsqualität.

Auch im Schulbereich wird diese Logik fortgeführt. Unterschiedliche Zonen ermöglichen altersgerechte Nutzungen und schaffen ein ausgewogenes Verhältnis aus Bewegung, Spiel und Rückzug.

Perspektivische Darstellung der Freianlagen der IGS Bothfeld in Hannover: Vor einem mehrgeschossigen Schulgebäude erstreckt sich ein großzügiger Bewegungs- und Aufenthaltsbereich. Zu sehen sind Spiel- und Sportangebote wie Kletter- und Balanciergeräte sowie freie Flächen für Bewegung. Kinder und Jugendliche laufen, spielen und trainieren, während andere sich am Rand aufhalten. Bäume und Pflanzflächen gliedern den Raum und schaffen Übergänge zwischen den Gebäuden und den Außenbereichen. Freiraumkonzept von MERA GmbH Hamburg

Klimaanpassung und Pflege mitgedacht

Ein besonderer Fokus liegt auf der Klimaanpassung. Vegetationsflächen, neue Baumpflanzungen und der Erhalt des Bestands tragen zur Verschattung, Kühlung und ökologischen Vielfalt bei. Das integrierte Regenwassermanagement sorgt dafür, dass Niederschlagswasser vollständig vor Ort versickert und verdunstet. Versickerungsfähige Beläge, Pflanzflächen und Rigolen bilden ein nachhaltiges Gesamtsystem.

Schematische Draufsicht des Schulcampus der IGS Bothfeld in Hannover mit Fokus auf Regenwassermanagement: Die Gebäude sind farblich hervorgehoben und zeigen Dachflächen mit Begrünung und Retentionsfunktionen. Unterschiedliche Grüntöne kennzeichnen Versickerungsflächen, begrünte Innenhöfe und offene Grünräume. Pfeile und Legende erläutern die Entwässerung, bei der Regenwasser auf den Dächern zurückgehalten, in angrenzende Flächen geleitet und vor Ort versickert wird. Konzept von MERA GmbH Hamburg

Auch die Pflege wurde früh mitgedacht. Klar strukturierte Pflanzflächen, robuste Arten und gute Zugänglichkeit ermöglichen einen wirtschaftlichen und langfristig tragfähigen Betrieb.

Mit der IGS Bothfeld entsteht ein zukunftsfähiger Freiraum, der Schulbau, Landschaftsarchitektur und klimaresiliente Stadtentwicklung sinnvoll miteinander verbindet.

Draufsicht auf die Freianlagen des Schulcampus der IGS Bothfeld in Hannover: Mehrere klar gegliederte Außenbereiche sind zwischen Baumgruppen angeordnet. Zu erkennen sind ein großer, runder Schulhof mit Spielflächen und Markierungen, ein rechteckiges Multifunktionsfeld sowie weitere Sport- und Bewegungsflächen. Dazwischen verlaufen Wege, Sitzbereiche und kleinere Aufenthaltszonen. Dichte Baumpflanzungen und Grünflächen rahmen die Freiräume und verbinden sie mit den angrenzenden Wegen und Landschaftsbereichen